Innsbruck waits for you - Outdoor Führer

Innsbruck waits for you

By Simon Ádám | March 21, 2017 | Last update on March 21, 2017

Als uns das Navi mitteilte, dass mehr als 700 km Autofahrt auf uns warteten, stellte ich mir die Frage, wozu wir so eine weite Strecke zurücklegen müssen, um Schi zu fahren, wenn man mit einer nur halb so langen Fahrt dasselbe haben kann?

Innsbruck hat geantwortet.

Budapest Innenstadt… nächster Halt: Schipiste

Stell dir vor, dass du aus deiner netten kleinen Innenstadtbleibe – die nur einen Steinwurf von den Orten entfernt ist, die bei den Touristen so beliebt sind, und von wo du innerhalb weniger Minuten eine der besten Kletterhallen der Welt, den besten Eislaufplatz, die beste Schwimmhalle usw. erreichst –, stell dir also vor, dass du dich noch im Vorraum fürs Schifahren anziehst, dann mit den Bretteln auf der Schulter aus der Tür trittst, vor dem Haus in einen Linienbus steigst und ihm in einem der 9 Schigebiete in der Umgebung wieder entsteigst. Und dann stell dir weiters vor, dass aus einem Park, der sich ebenso im Zentrum befindet, die Hungerburgbahn abgeht, eine Standseilbahn, die einen ins Schigebiet Nordkette bringt und an deren Talstation hunderte Schifahrer mit Lawinenrucksack darauf warten, am Sonntag vor dem Mittagessen noch über eine der steilsten, 70 %igen Freeride-Pisten Europas hinunterzubrettern und bis zur Stadt weiterzurutschen. Sowas gibt‘s nur im Märchen, oder!?

Welcher Bus fährt denn zur Schipiste??? Alle! 🙂 Quelle: Mozgásvilág.hu

Mutters, Seppl und Appi

Wir stiegen in unmittelbarer Nähe von Innsbruck, in der Ortschaft Mutters ab, im stimmungsvollen Hotel Seppl****. Das Hotel laviert geschickt zwischen Vier-Sterne-Eleganz und familiärem, sportlichem, heimeligem Stil hin und her, ich verstehe das folgendermaßen: Jene, denen vor Angeberischem graut, fühlen sich hier nicht unwohl, doch wer das Elegante liebt, dem bleibt dieses auch nicht verwehrt.

Neben dem Schlafzimmer gab es hier noch ein großes Wohnzimmer, eine stimmungsvolle Badewanne mit Panoramablick: In solchen Momenten verstehe ich nie, warum ich mit männlichen Kollegen unterwegs bin und nicht lieber meine bessere Hälfte mitnehme…

Statt einer sexy Gattin, auf Rosenblüten gebettet, musste ich mich mit dem Herrn Kollegen zufrieden geben…

Appi (appi.at), der schon seit seiner Geburt hier in der Gegend wohnt, zeigte uns die Möglichkeiten zum aktiven Zeitvertreib hier – oder zumindest einen winzigen Teil davon, weil uns nur drei Tage zur Verfügung standen, um diese Möglichkeiten kennenzulernen. Appi ist im Übrigen jene Art von Naturbursche, der jeden, der ihm entgegenkommt, kennt, und das ist gut, weil er, falls sich während einer Tour etwas Unvorhergesehenes ergibt (wir kommen nicht rechtzeitig an, der Weg ist unpassierbar, die Gegend ist nicht nach unserem Geschmack usw.), sich an irgendjemanden wenden kann, der ihm hilft, einen Plan B (C, D… X) zu ersinnen.

E-Bike Snow Tour & Freeride

Die neue Lieblingsbeschäftigung von Appi – die er gerne allen empfiehlt, die sich nach Aktivität sehnen – ist die E-Bike Snow Tour. Früher konnte man noch mit „einfachen“ Fatbikes im Schnee herumtollen, doch nach ein wenig Upgrading kann man heute schon auf Rädern mit Bosch Performance Line-Motoren und 27,5+ Reifen die Sau so richtig herauslassen.

Das ist Appi

Das Radeln im Schnee ist eine gute Sache, aber durchaus eine Herausforderung. Es gibt selbst brenzlige Situationen, wenn das Hinterrad ständig wegrutschst und du auch auf kürzester Strecke wahnsinnig viel Energie verlierst. Das Pedelec hilft einem über die Schwierigkeiten beim Treten hinweg, es ist auf der Schipiste oder der Rodelbahn bergauf so eine Art Schilift und du musst dich nur damit beschäftigen zu rutschen, zu sliden, zu schreien, zu johlen und die Umtriebe im Schnee zu genießen. Wenn man an der Berghütte von Appi vorbeikommt, zeigt er auch gerne, wie man in einem Wasserkocher Glühwein zubereitet und wie man dem Gegenüber über sich selbst ein Loch in den Bauch redet (sein Leben ist wirklich aufregend).

           

Appi fährt natürlich auch Schi, ja er fuhr als er noch jünger war, Snowboardrennen, also zeigt er dir auch die fast unerschöpflichen Möglichkeiten zum Schifahren, wenn du denn willst – aber in erster Linie abseits der Pisten. So sind wir im Muttereralmpark gewesen, der zwei Minuten von unserem Hotel entfernt lag und haben auch einen Teil des Axamer Lizums erkundet.

           

Warum leben wir nicht alle in Innsbruck?

Die Innsbruck OlympiaWorld umfasst neun Schipisten (Axamer Lizum, Glungezer, Kühtai, Muttereralmpark, Nordkette – Innsbruck, Patscherkofel, Rangger Köpfl, Schlick 2000 und den Stubaier Gletscher) mit mehr als 200 km Gesamtlänge. Während unseres Aufenthalts (und auch seitdem) haben wir mehrmals beschlossen, dorthin zu übersiedeln, schon allein deshalb, weil es für die Einheimischen eine Regionalkarte gibt (die nicht viel mehr kostet als ein Schipass für zwei Wochen, nämlich 455 Euro) und ein ganzes Jahr lang zur Benutzung von 30 Pisten, 14 Freibädern und 5 Hallenbädern, 10 Eislaufplätzen und zum Eintritt in 11 Museen berechtigt.

Wenn du an einem durchschnittlichen Wochenende durch die Stadt streifst, kannst du dir sicher sein, dass 90 % der Leute, die dir entgegenkommen, sowas wie Profischifahrer sind. Das ist kein Argument dafür, nach Innsbruck zu fahren, sondern eher dafür, alles zusammenzupacken und dorthin zu übersiedeln.

Mutti schrieb, das Essen sei gleich fertig und wir sollten auf dem Nachhauseweg noch schnell einen Liter Milch besorgen.

Also warum zahlt es sich aus, nach Innsbruck zu fahren?

Weil du, wenn wir nur den engsten Kreis betrachten, aus neun Pisten wählen kannst und du noch viele andere Sportmöglichkeiten hast. Wenn das Wetter aus irgendeinem Grund doch nicht fürs Schifahren geeignet wäre, kannst du einfach den Stadtbesichtigungsmodus einschalten, in dem man sich ohnehin zumindest einmal befinden sollte.

 

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